Die Türkei: Namensherkunft der Türkiye Cumhuriyeti

Moschee in der Türkei
Erst seit 1923 trägt das Land zwischen Europa und Asien den Namen Türkei. (Bild: Windowseat – Fotolia)

Der Name der Türkei lässt sich auf das Volk der Türken zurückführen, dessen Bezeichnung sich vom mittellateinischen „turchia“ und „turcus“ ableitet, was so viel wie „Stärke“ bedeutet. Der Name und die Herkunft der Republik Türkei kann noch nicht auf eine allzu lange Tradition zurückblicken, denn erst seit der Gründung 1923 durch Mustafa Kemal trägt die Republik den Namen Türkei und löste somit das Osmanische Reich ab.

Die Volksbezeichnung „Türk“

Die Bezeichnung „Türk“ taucht das erste Mal in chinesischen Chroniken des 6. Jahrhunderts auf und war der Name eines Clans innerhalb eines größeren nomadischen Staatenbundes. Deren Herkunft und Sprache sind jedoch nicht eindeutig belegbar.

Als Folge des Aufstiegs der „Türk“ fungierte der Name als politische Bezeichnung und wurde auf viele Nomaden und andere Reitvölker übertragen. Was aber letztlich dazu führte, dass eine ganze Sprach- und Völkerfamilie diese Bezeichnung übernommen hat, kann bis heute nicht gänzlich belegt werden.

Die Turkvölker – Göktürken, Seldschuken und Ogusen

Das Gebiet der heutigen Türkei wird schon seit der Altsteinzeit besiedelt. Ursprünglich lebte das älteste unter dem Namen „Türken“ bekannte Volk in Steppengebieten im östlichen Zentralasien, das vom Altai-Gebirge bis zum Tianschan im Westen und vom Baikalssee im Norden bis zum Altun im Süden reichte. Die Göktürken gründeten bereits in der Spätantike ein erstes türkisches Reich. Das Volk nahm ab Mitte des 6. Jahrhunderts für ca. zweihundert Jahre eine wichtige Rolle in der Geschichte Vorderasiens ein.

Zu einer islamischen Großmacht entwickelten sich die Türken im 11. Jahrhundert, als die Großseldschuken ein großes Gebiet einnahmen, das sich vom Mittelmeer bis nach Zentralasien erstreckte. Nachdem das Volk weitere Teile Anatoliens eroberten, machten sie sich unter der Führung von Suleiman ibn Kutalmiş unabhängig.

Den anatolischen Seldschuken folgten die türkischen Osmanen. In zahlreichen Kriegszügen erkämpfte sich das Turkvolk der Ogusen unter der Führung von Osman I. ein riesiges Gebiet in Anatolien, das von Armenien bis nach Ungarn und Nordafrika reichte. Die Ogusen vereinten türkische Fürstentümer Anatoliens und unterwarfen diese.

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