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» Dieser Artikel wurde am 9. Juli 2013 geschrieben und hat derzeit einen Kommentar «

Ahnenforschung mal anders: App soll vor Inzest warnen

In Island leben nur 320.000 Menschen und die meisten von ihnen haben dieselben Urahnen – eine neue App soll dem Gen-bewussten Single von heute nun dabei helfen, nicht irrtümlich neben einer entfernten Verwandten aufzuwachen.

Alarmton warnt bei Inzestgefahr

Die App verwendet dabei keinen Gentest wie in futuristischen Filmen, sondern lediglich den Namen der potenziellen Partnerin oder des potenziellen Partners. Die App schlägt dann in einem gigantischen digitalen Stammbaum nach und meldet sich mit einem Pieps, falls die Äste zu nahe beieinanderliegen. Inzest war in der Vergangenheit immer wieder ein Problem in Island, sogar strenge Gesetze wurden einst gegen ihn erlassen. Die Isländer stammen alle von wenigen Siedlerfamilien ab und wurden über die Jahre stark dezimiert, auch durch das raue Leben auf der Eisinsel und durch viele Vulkanausbrüche. Da wurde die Partnersuche zum Problem, denn Inzest ist nicht nur gesellschaftlich verpönt, sondern kann auch zu genetischen Missbildungen führen.

Ahnensuche als Volkssport

Die App kann deshalb auf so einen umfangreichen Stammbaum zurückgreifen, weil das Forschen nach den eigenen Ahnen ein Volkssport der Isländer geworden ist. Die Eisinsel wurde im Mittelalter von Kelten und Norwegern besiedelt und gilt wegen ihrer langen Isolierung als homogen. Bereits früher wurde akribisch über Verwandtschaftsverhältnisse Buch geführt und für das Íslendingabók, das Buch der Isländer, sammeln heutzutage einige Mitarbeiter tagtäglich Daten.

Der Erfinder der App, Alexander Annas Helgason, ist selbst ein begeisterter Ahnenforscher und kann seinen Stammbaum bis 20 nach Christus zurückverfolgen. Inzwischen wurden Daten von 740.000 Isländern gesammelt, die seit dem zwölften Jahrhundert auf der Insel gelebt haben. Dies entstand aus dem eigentlichen Projekt, die genetischen Ursachen von Erbkrankheiten zu erforschen. Die Isländer selbst nutzen die App meist spaßeshalber, um zu sehen, inwieweit sie mit berühmten Persönlichkeiten wie dem Premierminister, Nobelpreisträger, Popstars oder tatsächlich der eigenen Freundin verwandt sind.

Der Artikel wurde am Dienstag, den 9. Juli 2013 geschrieben. Er ist abgelegt unter folgenden Kategorien: Neuigkeiten aus der Welt der Genealogie. Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.

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Ein Kommentar zu “Ahnenforschung mal anders: App soll vor Inzest warnen”

  1. Andreas sagt:

    Eine witzige Idee, was es nicht alles gibt ;-)

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