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Adlige Ahnen: Die letzten deutschen Royals

Die glanzvolle Zeit des deutschen Adels ist lange vorbei – die deutsche Monarchie fand 1918 ihr Ende – doch vieler seiner einst bedeutenden Adelshäuser existieren bis heute fort. In den Nachfahren der Thurn und Taxis, von Anhalt und selbst den britischen Windsors fließt weiter „blaues Blut“ mit deutschen Wurzeln, das in einigen Fällen auf eine Jahrhunderte alte Tradition verweist.

Königin Victoria von England

Auch in den Adern von Königin Victoria floss deutsches Blut. (Bild: gemeinfrei/Wikipedia)

Sachsen-Coburg-Gotha und die Windsors

Mitten in den schweren Kämpfen des Ersten Weltkrieges änderte das britische Königshaus seinen Namen. Am 17. Juli 1917 verfügte König George V., dass die königlich britische Familie – bis dato Sachsen-Coburg-Gotha genannt – von nun an Windsor heißen sollte. Die Verweigerung des deutschen Namens resultierte direkt aus dem Kriegsgeschehen, waren Großbritannien und das Deutsche Reich doch einander verfeindet. Ein König mit deutschem Adelsnamen an der Spitze war für die britische Öffentlichkeit nicht hinnehmbar.

Genau genommen fußt auch das heutige britische Königshaus auf deutschen Adelsgeschlechtern. Nicht nur wurde es zwischen 1760 und 1901 von Monarchen regiert, die dem Haus Hannover entstammten, auch heiratete die britische Königin Victoria (1819-1901), die Ururgroßmutter von Königin Elisabeth II. (*1926), 1840 ihren Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861). Von dieser Heirat rührte schließlich der Adelsname der britischen Monarchen her, den George V. abändern ließ.

In Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha (*1943) hat das so weitverzweigte Adelsgeschlecht seit 1998 ein deutsches Familienoberhaupt. Aber auch der amtierende König von Belgien, Prinz Philippe (*1960) entstammt dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha, das in der Vergangenheit durch geschickte Heiratspolitik seinen Nachfahren zu höchsten Adelstiteln verhalf.

Frédéric Prinz von Anhalt

Frédéric Prinz von Anhalt ist adoptierter Angehöriger der Askanier. (Bild: Udo Grimberg/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Thurn und Taxis

Seit 2001 ist Albert von Thurn und Taxis (*1983) das Familienoberhaupt des gleichnamigen deutschen Adelsgeschlechtes, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Das Adelshaus ging aus dem Geschlecht der italienischen Taxis hervor und zählt einen 1329 urkundlich erwähnten Volveno della Torre zu seinen Vorfahren. Von diesem rührt der eingedeutschte Name „Thurn“ her. Unternehmerinnen wie Gloria (*1960) und Maria Theresia von Thurn und Taxis (*1980) verwalten als Nachfahren des bedeutenden Adelsgeschlechts bis heute die größten in Privatbesitz befindlichen Waldbestände Europas. In den 1980ern war Gloria in der Presse vor allem für ihr exzessives Partyleben bekannt.

Adoptivprinz von Anhalt

In Frédéric von Anhalt (*1943) lebt ein weiteres Adelsgeschlecht nur dem Namen nach fort. Denn der ehemalige Sauna-Unternehmer, der vor allem für seine Medienpräsenz bekannt ist, wurde von der im Alter völlig verarmten Marie Auguste von Anhalt (1898-1983) 1980 aus finanziellen Gründen adoptiert. Das Haus Anhalt – auch schlicht die „Askanier“ genannt – ist dabei ein deutsches Uradelsgeschlecht, das bis in das Hochmittelalter zurückreicht und in Albrecht dem Bären (1138–1143) einen frühen Vorfahren besitzt. Frédéric von Anhalt besitzt hingegen kein echtes „blaues Blut“ – bis nun 1980 hieß er schlicht und bürgerlich Hans-Robert Lichtenberg.

Der Artikel wurde am Montag, den 5. August 2013 geschrieben. Er ist abgelegt unter folgenden Kategorien: Neuigkeiten aus der Welt der Genealogie. Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.

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