Familienname
Lehmann
Leh·mann [ˈleːman]
der Lehnsmann, der ein Lehen innehat
Lehmann bezeichnet den Lehnsmann, den Inhaber eines zu Lehen getragenen Gutes. Die Deutung über Lehm gilt als volksetymologisch.
In jüdischen Familien hat der Name eine ganz andere Herkunft: Er geht häufig auf Levi zurück oder wurde bei der Namensannahme um 1808 frei gewählt. Das entscheidet über die gesamte Quellenlage.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Lehnsmann | Zu mittelhochdeutsch lêhenman: wer ein Gut zu Lehen trägt. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Lehmarbeiter | Seltenere Deutung über Lehm; sie gilt als volksetymologisch. | Bahlow |
| jüdischer Name | In jüdischen Familien häufig als Ableitung des Vornamens Levi oder als frei gewählter Name bei der Namensannahme um 1808. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| lêhen | mittelhochdeutsch | Lehen, verliehenes Gut |
| man | mittelhochdeutsch | Mann |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Verbreitet in Sachsen, Brandenburg und Schlesien. Der Lehmann war der Inhaber eines Lehngutes und stand damit über dem einfachen Bauern.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Sachsen, Brandenburg, Schlesien; auch als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist zu Lehman mit einem n.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Bei Lehmann ist die Doppelherkunft entscheidend. Als deutscher Name verweist er auf ein Lehngut und damit auf Lehnsakten und Erbzinsregister. Bei jüdischen Familien geht er häufig auf Levi zurück oder wurde bei der Namensannahme um 1808 frei gewählt – dann liegen die Quellen in Matrikellisten und Gemeinderegistern.
Einschlägige Archive und Bestände
- Sächsisches Staatsarchiv
- Lehnsakten der Landesarchive
- Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland