Familienname
Probst
Probst [pʁoːpst]
Amtsname für den Propst, den Vorsteher eines Stifts
Probst geht auf lateinisch praepositus zurück: der Vorsteher eines Stifts. Da Pröpste zölibatär lebten, ist der Familienname meist nicht der des Amtsträgers, sondern der seiner Bediensteten oder Pächter – oder ein Übername für würdevolles Auftreten.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Vorsteher | Aus lateinisch praepositus (der Vorgesetzte). Der Propst leitete ein Stift oder verwaltete dessen Güter. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Verwalter des Stiftsguts | Da Pröpste zölibatär lebten, entstand der Familienname meist bei Bediensteten oder Pächtern der Propstei, nicht bei den Amtsträgern selbst. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| praepositus | lateinisch | Vorgesetzter, Vorsteher |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Wie bei Bischof, Papst und Kaiser handelt es sich meist nicht um den Amtsträger, sondern um dessen Umfeld: Bedienstete, Pächter oder – als Übername – jemanden mit würdevollem Auftreten.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Norddeutschland, Sachsen, Bayern.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Ein „Praepositus“ im Kirchenbuch ist in der Regel der Amtsträger, nicht der Familienname – der Zusammenhang entscheidet. Familien dieses Namens finden sich häufig in Propsteirechnungen als Pächter oder Bedienstete.
Einschlägige Archive und Bestände
- Stiftsarchive
- Staatsarchive der Länder
- Propsteirechnungen