Familienname
Küster
Küs·ter [ˈkʏstɐ]
Amtsname für den Küster, den Kirchendiener
Küster kommt von lateinisch custos, dem Hüter, und bezeichnet den Kirchendiener. Auf dem Land war er oft zugleich Schulmeister und Kirchenbuchschreiber – eines der wenigen schriftkundigen Ämter im Dorf.
Für die Forschung ist das ein Glücksfall: Küsterfamilien sind gut dokumentiert, und die Handschrift des Vorfahren findet sich in den Registern selbst wieder. Die niederdeutsche Form lautet Köster.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Kirchendiener | Aus lateinisch custos (Hüter, Wächter) über mittelhochdeutsch kuster. Der Küster verwaltete Kirchengerät und läutete. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Schulmeister | Auf dem Land war der Küster oft zugleich Lehrer und Kirchenbuchschreiber – ein Amt mit Schriftkenntnis. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| custos | lateinisch | Hüter, Wächter |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Küster war auf dem Dorf häufig die einzige schreibkundige Person neben dem Pfarrer und führte oft selbst die Kirchenbücher. Küsterfamilien sind deshalb überdurchschnittlich gut dokumentiert.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Norddeutschland und Westfalen (Köster), Mitteldeutschland (Küster).
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Ein sehr nützlicher Befund: Küster führten vielerorts selbst die Kirchenbücher. Wer eine Küsterfamilie erforscht, findet die Handschrift des Vorfahren in den Registern wieder – und die Familie ist meist über mehrere Generationen belegt. Köster ist die niederdeutsche Form desselben Namens.
Einschlägige Archive und Bestände
- Pfarrarchive
- Konsistorialakten
- Landesarchive