Familienname
Huber
Hu·ber [ˈhuːbɐ]
der Inhaber einer Hube, eines vollen Bauernguts
Huber bezeichnet den Inhaber einer Hube, also einer vollen Bauernstelle. Der Name sagt damit etwas über die soziale Stellung: Der Huber war Vollbauer, im Unterschied zum Söldner oder Häusler. Norddeutsch entspricht ihm der Hufner.
In Altbayern wurde der Bauer nach dem Hof genannt. Beim Hofwechsel konnte sich der gebräuchliche Name ändern – in Steuerlisten steht dann der Hofname, im Kirchenbuch der Familienname. Wer das nicht beachtet, verliert die Linie.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Hubenbauer | Zu mittelhochdeutsch huobe, dem Landmaß einer vollen Bauernstelle. Der Huber war Vollbauer, im Unterschied zum Söldner oder Häusler. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Hufner | Dasselbe in norddeutscher Terminologie; die Hufe entspricht der Hube. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| huobe | mittelhochdeutsch | Hube, volles Bauerngut |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
In Bayern, Österreich und Schwaben einer der häufigsten Namen überhaupt. Er bezeichnet eine soziale Stellung – der Huber gehörte zur bäuerlichen Oberschicht des Dorfes.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Bayern, Österreich, Schwaben; norddeutsch entspricht Hufner.
Der Name in der Auswanderung
Die amerikanische Form Hoover geht auf Huber zurück – Präsident Herbert Hoover stammte von deutschen Auswanderern aus der Pfalz ab.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Huber bezeichnet eine soziale Stellung, keine Familie. In bayerischen Dörfern trugen oft mehrere unverwandte Familien den Namen. Entscheidend ist der Hofname: In Altbayern wurde der Bauer nach dem Hof genannt, und beim Hofwechsel wechselte auch der Rufname – in Steuerlisten steht dann der Hofname, im Kirchenbuch der Familienname.
Ortsfamilienbücher und Register
In altbayerischen Ortsfamilienbüchern ist der Hausname unverzichtbar. Ohne ihn lassen sich gleichnamige Familien nicht trennen.
Einschlägige Archive und Bestände
- Bayerisches Hauptstaatsarchiv
- Matricula
- Grundbücher und Salbücher