Familienname
Jung
Jung [jʊŋ]
Unterscheidungsname für den Jüngeren
Jung war zunächst kein Name, sondern eine Unterscheidung: der Jüngere von zwei gleichnamigen Männern am Ort. Regional bezeichnet das Wort auch den Knecht oder Gesellen.
In lateinischen Kirchenbüchern steht dafür „Junior“ – meist keine Namensangabe, sondern eine Unterscheidung. Erst wenn der Zusatz über Generationen erhalten bleibt, ist ein Familienname daraus geworden.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Jüngere | Unterscheidungsname zwischen Vater und Sohn oder zwei gleichnamigen Männern am Ort. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Knecht, der Geselle | Regional auch Bezeichnung für den jungen Unfreien oder den Handwerksgesellen. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| junc | mittelhochdeutsch | jung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Aus einem Beinamen zur Unterscheidung wurde ein fester Familienname. Das Gegenstück ist Alt beziehungsweise der Zusatz „der Ältere“.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland; Junge in Norddeutschland.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
„Junior“ in lateinischen Kirchenbüchern ist meist keine Namensangabe, sondern eine Unterscheidung zwischen zwei gleichnamigen Personen – Vater und Sohn. Erst wenn der Zusatz über Generationen bleibt, ist er zum Familiennamen geworden. Der Übergang lässt sich in guten Registern beobachten.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Archion
- Matricula