Familienname
Graf
Graf [ɡʁaːf]
Übername oder Amtsname nach dem Grafenamt
Graf ist meist ein Übername für vornehmes Auftreten oder für Bedienstete eines Grafen – ein Adelsnachweis ist er nicht.
Aufschlussreicher ist die zweite Linie: Deichgraf, Weingraf, Holzgraf, Salzgraf waren bürgerliche Aufsichtsämter. Ihre Akten sind ergiebig und reichen oft weiter zurück als die Kirchenbücher.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Gräfliche | Übername für jemanden mit vornehmem Auftreten oder für einen Bediensteten des Grafen. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Amtsträger | Amtsnamen wie Deichgraf, Weingraf, Salzgraf bezeichnen Aufsichtsämter ohne Adelsrang; daraus entstand der Familienname. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| grâve | mittelhochdeutsch | Graf, Aufseher, Amtsträger |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Wie König und Kaiser kein Adelsnachweis. Wichtiger ist die zweite Linie: Deichgraf, Weingraf, Holzgraf und Salzgraf waren bürgerliche Aufsichtsämter mit erheblicher Verantwortung.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Süddeutschland, Schweiz, Hessen.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Der Name ist kein Adelsnachweis. Prüfen Sie stattdessen die Aufsichtsämter: In Marschgebieten ist der Deichgraf ein zentrales Amt mit eigenen Akten, ebenso der Weingraf in Weinbaugebieten. Diese Bestände sind ergiebig und oft älter als die Kirchenbücher.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Deichverbandsakten
- Weinbergsakten