Familienname
Pfeiffer
Pfeif·fer [ˈpfaɪ̯fɐ]
Berufsname für den Pfeifer, den Spielmann
Pfeiffer ist der Berufsname für den Spielmann mit Flöte oder Schalmei. Entscheidend ist die Unterscheidung: Der fahrende Spielmann galt als unehrlicher Stand, der Stadtpfeifer dagegen war ein bestelltes, ehrbares Amt.
Stadtpfeiferfamilien sind in Ratsprotokollen oft über Generationen belegt, weil das Amt vererbt wurde.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Pfeifenspieler | Zu mittelhochdeutsch pfifer, dem Spielmann mit Flöte oder Schalmei. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Stadtpfeifer | In Städten ein bestelltes Amt: Der Stadtpfeifer spielte bei Ratssitzungen, Hochzeiten und zur Turmwacht. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| pfife | mittelhochdeutsch | Pfeife, Flöte |
| -ære | Berufsendung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Fahrende Spielleute galten als unehrlicher Stand; der Stadtpfeifer dagegen war ehrbar und zünftig. Der Name kann also auf sehr unterschiedliche soziale Lagen verweisen.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Sachsen, Franken, Böhmen.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Stadtpfeifer sind in Ratsprotokollen und Bestallungsakten gut belegt – oft über mehrere Generationen, da das Amt in Familien weitergegeben wurde. Fahrende Spielleute hinterlassen dagegen kaum Spuren.
Einschlägige Archive und Bestände
- Stadtarchive mit Ratsprotokollen
- Sächsisches Staatsarchiv
- Hessisches Staatsarchiv