Familienname
Ackermann
A·cker·mann [ˈakɐman]
Standesname für den Bauern mit eigenem Gespann
Ackermann bezeichnet den Bauern mit eigenem Zuggespann. Das war kein Detail, sondern die entscheidende Stufe der bäuerlichen Rangordnung: Ackerleute leisteten Spanndienste, Kötter nur Handdienste.
In Steuer- und Dienstlisten ist „Ackermann“ deshalb häufig eine Standes- und keine Berufsangabe.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Ackerbauer | Zu mittelhochdeutsch ackerman, dem Bearbeiter des Ackers. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Vollbauer mit Zugvieh | In vielen Landschaften eine Standesangabe: Der Ackermann besaß Pflug und Gespann, im Unterschied zum Kötter, der als Handdienst arbeitete. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| acker | mittelhochdeutsch | Acker |
| man | mittelhochdeutsch | Mann |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Besitz eines Zuggespanns war das entscheidende Kriterium der bäuerlichen Rangordnung: Ackerleute leisteten Spanndienste, Kötter Handdienste. Diese Unterscheidung durchzieht sämtliche Steuer- und Dienstlisten.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Thüringen, Schweiz, Böhmen.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Steht „Ackermann“ in einer Dienst- oder Steuerliste hinter einem Namen, ist es meist eine Standesangabe, keine Berufsbezeichnung. Die Unterscheidung Spanndienst gegen Handdienst ist der Schlüssel zur sozialen Einordnung einer bäuerlichen Familie.
Einschlägige Archive und Bestände
- Hessisches Staatsarchiv
- Urbare und Salbücher
- Dienst- und Steuerlisten