Familienname
Färber
Fär·ber [ˈfɛʁbɐ]
Berufsname für den Tuchfärber
Färber ist der Berufsname zu mittelhochdeutsch verwen. Die Zünfte trennten Schwarzfärber mit billigen Farben von Schönfärbern, die mit Waid, Krapp und Indigo arbeiteten – daher stammt das Wort Schönfärberei.
Der Waidanbau um Erfurt machte die thüringischen Färber wohlhabend; die Waidhandelsakten sind eine eigene Quellengattung.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Tuchfärber | Zu mittelhochdeutsch verwen (färben). | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Schwarz- oder Schönfärber | Die Zünfte unterschieden Schwarzfärber, die mit billigen Farben arbeiteten, von Schönfärbern mit Waid, Krapp und Indigo. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| verwen | mittelhochdeutsch | färben |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Färbereien lagen wie Gerbereien am Wasser. Der Waidanbau um Erfurt und Thüringen machte die dortigen Färber wohlhabend – bis der billigere Indigo das Gewerbe zerstörte.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Thüringen, Sachsen, Schwaben; auch als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Ferber ohne Umlaut ist dieselbe Bildung. Die Redewendung „Schönfärberei“ geht auf die Zunfttrennung zurück und ist damit ein sprachliches Fossil des Gewerbes. Für thüringische Färberfamilien sind die Waidhandelsakten eine eigene Quellengattung.
Einschlägige Archive und Bestände
- Landesarchiv Thüringen
- Zunftakten
- Waidhandelsakten Erfurt