Familienname
Gärtner
Gärt·ner [ˈɡɛʁtnɐ]
Berufs- und Standesname für den Gärtner
Gärtner ist zunächst der Berufsname zu gartenære. In Schlesien, Sachsen und Böhmen bezeichnet das Wort aber einen ländlichen Stand: den Besitzer einer Kleinstelle ohne volles Ackerland, zwischen Bauer und Häusler.
Steht in einer schlesischen Quelle „Gärtner“ hinter einem Namen, ist das meist keine Berufs-, sondern eine Standesangabe.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Gärtner | Zu mittelhochdeutsch gartenære, dem Bearbeiter eines Gartens. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Kleinstellenbesitzer | In Schlesien, Sachsen und Böhmen bezeichnet Gärtner einen ländlichen Stand: den Besitzer einer Kleinstelle ohne volles Ackerland, zwischen Bauer und Häusler. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| gartenære | mittelhochdeutsch | Gärtner, Gartenbearbeiter |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der ostdeutsche Standesbegriff ist für die Familienforschung der wichtigere: Bauer, Gärtner und Häusler bezeichnen dort drei klar unterschiedene Besitzstufen, die in Steuer- und Urbarlisten getrennt geführt werden.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Schlesien, Sachsen, Böhmen, Franken.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
In schlesischen und sächsischen Quellen ist „Gärtner“ hinter einem Namen meist keine Berufsangabe, sondern eine Standesangabe – die Stufe zwischen Bauer und Häusler. Wer das als Beruf liest, verkennt die soziale Stellung der Familie.
Einschlägige Archive und Bestände
- Sächsisches Staatsarchiv
- Archiwum Państwowe we Wrocławiu
- Urbare und Steuerlisten