Familienname
Goldschmidt
Goldsch·midt [ˈɡɔltʃmɪt]
Berufsname für den Goldschmied
Goldschmidt ist der Berufsname für den Goldschmied – einen der angesehensten Handwerksberufe. Da Goldschmiede Wertsachen verwahrten und Geld liehen, entwickelte sich aus dem Gewerbe das frühe Bankwesen.
Bei jüdischen Familien ist der Name meist ein echter Berufsname, kein Ziername – anders als Rosenberg oder Blumenthal.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Goldschmied | Zusammensetzung aus gold und smit; einer der angesehensten Handwerksberufe. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Geldwechsler | Goldschmiede verwahrten Wertsachen und liehen Geld – aus diesem Gewerbe entwickelte sich das frühe Bankwesen. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| gold | mittelhochdeutsch | Gold |
| smit | mittelhochdeutsch | Schmied |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Goldschmiede gehörten zur städtischen Oberschicht und stellten häufig Ratsherren. In jüdischen Gemeinden war der Beruf ebenfalls verbreitet, weshalb der Name in beiden Überlieferungen vorkommt.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Franken, Sachsen; als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Aurifaber ist die latinisierte Form und wurde in Gelehrtenfamilien zum dauerhaften Namen. Anders als Rosenberg oder Blumenthal ist Goldschmidt bei jüdischen Familien meist ein echter Berufsname, kein Ziername – die Unterscheidung ist für die Quellensuche wichtig.
Einschlägige Archive und Bestände
- Zunftakten der Stadtarchive
- Ratsprotokolle
- Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland