Familienname

Schmidt

Schmidt [ʃmɪt]

Berufsname für den Schmied

Schmidt ist der Berufsname zu mittelhochdeutsch smit. Gemeint ist nicht nur der Huf- oder Grobschmied, sondern jeder Metallhandwerker – daher die vielen Zusammensetzungen von Goldschmidt bis Kupferschmid.

Für die Quellenarbeit wichtig: Die latinisierten Formen lauten Faber und Fabricius. In Gelehrten- und Pfarrerfamilien wurde Fabricius häufig zum dauerhaften Familiennamen.

Herkunft & Bedeutung

Konkurrierende Deutungen

DeutungBegruendungQuelle
der SchmiedBerufsname zu mittelhochdeutsch smit.Deutsches Familiennamenwörterbuch
der Metallbearbeiter allgemeinsmit meint zunächst jeden Metallhandwerker, nicht nur den Huf- oder Grobschmied; daher die vielen Zusammensetzungen wie Goldschmidt, Kupferschmid.Bahlow

Wortbestandteile

BestandteilSpracheUebersetzung
smitmittelhochdeutschSchmied, Metallhandwerker

Erstbeleg (Jahr)

12

Historische Entwicklung

Der Schmied war der wichtigste Handwerker des Dorfes; wie beim Müller entstand der Name unabhängig überall. Die Schreibung mit dt ist norddeutsch und mitteldeutsch, Schmid oberdeutsch, Schmitz rheinisch, Smit niederdeutsch.

Verbreitung

Der Schwerpunkt liegt in Schmidt in Nord- und Mitteldeutschland, Schmid in Bayern und Schwaben, Schmitz im Rheinland.

Der Name in der Auswanderung

In den USA häufig zu Smith angeglichen. Diese Übersetzung ist so vollständig, dass die deutsche Herkunft in amerikanischen Quellen oft unsichtbar wird – der Rückweg führt nur über Passagierlisten und Einbürgerungsakten.

Kultur & Geschichte

Berühmte Namensträger

NameLebensdatenKurzinfoLink
Helmut Schmidt1918–2015Bundeskanzler
Bernhard Schmidt1879–1935Optiker, Schmidt-Teleskop

Der Name in historischen Quellen

Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.

Latinisiert im Kirchenbuch

  • Faber
  • Fabri (Genitiv)
  • Fabricius

Historische Schreibweisen

  • Faber
  • Fabri
  • Fabricius
  • Schmidt
  • Schmid
  • Schmitt
  • Smit
  • Smidt

Gleicher Klang, andere Schreibung

Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.

In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit

  • Schmitt
  • Schmid
  • Schmitz
  • Fabricius

Worauf im Kirchenbuch zu achten ist

Faber und Fabricius sind die latinisierten Formen. Besonders in Gelehrten- und Pfarrerfamilien wurde Fabricius als dauerhafter Familienname übernommen – die Familie hieß dann nie wieder Schmidt. Die niederdeutsche Form lautet Smit oder Smidt.

Ortsfamilienbücher und Register

Ortsfamilienbücher trennen die zahlreichen gleichnamigen Familien eines Ortes; der Familienname allein trägt keine Verwandtschaftsaussage.

Einschlägige Archive und Bestände

  • Staatsarchive der Länder
  • Archion
  • Matricula
  • Zunftakten der Stadtarchive

Verwandte Namen

Klingt fast gleich

Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.

Quellen

  • Deutsches Familiennamenwörterbuch (DFD)
  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon
  • Kohlheim, Duden Familiennamen
  • Namenverbreitungskarte des DFD

Zuletzt geprüft am 4. August 2026 von Redaktion Ahnenforschung.net.