Familienname
Schulz
Schulz [ʃʊlts]
Amtsname für den Schultheißen, den Dorfvorsteher
Schulz ist die Kurzform von Schultheiß, aus althochdeutsch sculdheizo: wer die Abgabe einfordert. Daraus wurde die Bezeichnung für den Dorfvorsteher mit niederer Gerichtsbarkeit.
Anders als die reinen Berufsnamen sagt Schulz etwas über die soziale Stellung: Erbschulzenfamilien waren die führenden Familien ihres Dorfes und deshalb in Akten überdurchschnittlich gut belegt. Latinisiert erscheinen sie als Scultetus.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Schultheiß | Kurzform von Schultheiß, aus sculdheizo: wer die Schuld (Abgabe, Pflicht) heißt, also einfordert. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Dorfvorsteher, der Ortsrichter | Bedeutungsverschiebung: Der Schulze war in ostelbischen Dörfern der grundherrliche Amtsträger mit niederer Gerichtsbarkeit. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| sculd | althochdeutsch | Schuld, Abgabe, Pflicht |
| heizan | althochdeutsch | heißen, befehlen |
Erstbeleg (Jahr)
12
Historische Entwicklung
Besonders häufig in Brandenburg, Pommern, Schlesien und Ostpreußen, wo bei der Ostsiedlung Lokatoren als Erbschulzen eingesetzt wurden. Ihr Amt war erblich – der Name blieb an der Familie.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Brandenburg, Pommern, Schlesien; Schulte in Westfalen, Scholz in Schlesien.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist zu Schultz oder Shultz.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Scultetus ist die latinisierte Form und in schlesischen und brandenburgischen Kirchenbüchern verbreitet. Anders als bei Müller oder Schmidt sagt der Name hier etwas über die soziale Stellung: Die Erbschulzenfamilie war die führende Familie des Dorfes und in den Akten überdurchschnittlich gut belegt.
Ortsfamilienbücher und Register
Erbschulzenfamilien sind in Ortsfamilienbüchern meist am besten dokumentiert – ein guter Ansatzpunkt, wenn die eigene Linie dort einmündet.
Einschlägige Archive und Bestände
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
- Staatsarchive
- Schulzenamtsakten der Gutsarchive
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.