Familienname
Haas
Ha·as [haːs]
Übername nach dem Hasen
Haas ist ein Übername nach dem Tier – gedeutet auf Schnelligkeit, Scheu oder Fruchtbarkeit – oder ein Hausname nach einem städtischen Hauszeichen.
Bei jüdischen Familien der Frankfurter Tradition ist der Hausname die wahrscheinlichste Herkunft: In der Judengasse wurden Häuser nach Zeichen benannt, aus denen Familiennamen wurden – so auch Rothschild vom Roten Schild.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Hase | Übername nach Eigenschaften des Tieres: Schnelligkeit, Scheu, Fruchtbarkeit. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Furchtsame | Als Charakterübername, wie im Wort Angsthase. | Bahlow |
| Hausname | In Städten nach einem Hauszeichen „Zum Hasen“; als jüdischer Familienname häufig aus dieser Wurzel. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| hase | mittelhochdeutsch | Hase |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Verbreitet in Süd- und Westdeutschland, mit der Schreibung Haase im Norden und Osten.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland; Haase in Sachsen und Schlesien.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Der Frankfurter Judengasse-Bestand zeigt gut, wie Hauszeichen zu Familiennamen wurden: Rothschild vom Roten Schild, Haas vom Haus zum Hasen. Bei jüdischen Familien der Frankfurter Tradition ist diese Herkunft die wahrscheinlichste.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Häuserbücher der Stadtarchive
- Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.