Familienname
Wagner
Wag·ner [ˈvaːɡnɐ]
Berufsname für den Wagenbauer, den Stellmacher
Wagner ist der Berufsname zu mittelhochdeutsch wagener, dem Wagenbauer oder Stellmacher. Vereinzelt bezeichnete das Wort auch den Fuhrmann.
Ein Hinweis, der oft weiterhilft: Norddeutsch heißt derselbe Beruf Rademacher oder Stellmacher. Zog eine Familie über die Sprachgrenze, konnte der Name übersetzt werden.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Wagenbauer | Berufsname zu mittelhochdeutsch wagener. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Fuhrmann | In einzelnen Landschaften auch Bezeichnung für den, der mit dem Wagen fuhr, nicht für den, der ihn baute. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| wagener | mittelhochdeutsch | Wagenbauer, Stellmacher |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Wagner gehörte neben Schmied und Müller zu den unentbehrlichen Dorfhandwerkern. Norddeutsch heißt derselbe Beruf Stellmacher oder Rademacher – daraus entstanden dort eigene Familiennamen.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Süd- und Mitteldeutschland; im Norden stattdessen Rademacher und Stellmacher.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist unverändert, teils zu Waggoner.
Kultur & Geschichte
Berühmte Namensträger
| Name | Lebensdaten | Kurzinfo | Link |
|---|---|---|---|
| Richard Wagner | 1813–1883 | Komponist |
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Wagner, Rademacher und Stellmacher bezeichnen denselben Beruf in verschiedenen Sprachlandschaften. Bei einem Umzug der Familie über die Sprachgrenze konnte der Familienname regelrecht übersetzt werden – ein Phänomen, das Ahnenlinien scheinbar abreißen lässt.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Zunftakten der Stadtarchive