Familienname
Vogel
Vo·gel [ˈfoːɡl̩]
Übername nach dem Tier oder Berufsname für den Vogelfänger
Vogel kann drei Wege genommen haben: als Übername nach Eigenschaften, die man dem Tier zuschrieb, als Berufsübername für den Vogelfänger – das Vogelstellen war ein eigenes Gewerbe – oder als Hausname nach einem städtischen Hauszeichen.
In Häuserbüchern lässt sich der dritte Fall gut nachweisen: Der Bewohner hieß nach dem Haus, auch nachdem er ausgezogen war.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Vogel | Übername nach Eigenschaften wie Beweglichkeit, Munterkeit oder heller Stimme. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Vogelfänger, der Vogler | Berufsübername; das Vogelstellen war ein eigenes Gewerbe. | Bahlow |
| Hausname | In Städten nach einem Hauszeichen „Zum Vogel“. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| vogel | mittelhochdeutsch | Vogel |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Flächendeckend, mit Schwerpunkt in Franken, Sachsen und Böhmen.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Franken, Sachsen, Böhmen; auch als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist unverändert, teils zu Fogel.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Auceps ist die latinisierte Form für den Vogelfänger – sie unterscheidet den Berufsnamen vom bloßen Übernamen. In städtischen Quellen ist der Name oft ein Hauszeichen: Der Bewohner des Hauses „Zum Vogel“ hieß danach, auch wenn er auszog.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Häuserbücher der Stadtarchive