Familienname
Seidel
Sei·del [ˈzaɪ̯dl̩]
Koseform von Siegfried oder von Sigismund
Seidel ist eine ostmitteldeutsche Koseform zu Namen mit dem Glied sigu (Sieg) – Siegfried, Sigismund, Siegmund. Daneben kommen ein Berufsübername zum Seidenhandel und ein Übername nach dem Trinkgefäß vor.
Die Koseformen auf -el sind in Sachsen, Schlesien und Böhmen eine eigene Namengruppe: Seidel, Nickel, Hendel, Merkel. Am Anfang der Kette steht jeweils ein voller Rufname.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| Koseform zu Namen mit sigu | Aus Siegfried, Sigismund oder Siegmund verkürzt; sigu bedeutet Sieg. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Seidenhändler | Seltener Berufsübername zu Seide. | Bahlow |
| das Trinkgefäß | Vereinzelt Übername nach dem Seidel als Maßeinheit; regional begrenzt. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| sigu | althochdeutsch | Sieg |
| -el | Verkleinerungs- und Koseendung |
Erstbeleg (Jahr)
14
Historische Entwicklung
In Sachsen, Schlesien und Böhmen besonders häufig. Die Koseform auf -el ist dort die übliche Bildung: Seidel, Nickel, Hendel.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Sachsen, Schlesien, Böhmen, Bayern.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die ostmitteldeutschen Koseformen auf -el – Seidel, Nickel, Hendel, Merkel – sind eine eigene Namengruppe. Wer sie zurückverfolgt, findet am Anfang der Kette den vollen Rufnamen: Sigismund, Nikolaus, Heinrich, Markwart.
Einschlägige Archive und Bestände
- Sächsisches Staatsarchiv
- Archiwum Państwowe we Wrocławiu
- Matricula