Familienname
Meyer
Mey·er [ˈmaɪ̯ɐ]
Amtsname für den Verwalter eines Hofes, später auch Großbauer
Meyer geht auf mittelhochdeutsch meier zurück, letztlich auf lateinisch maior. Der Name bezeichnet zunächst den Verwalter eines Grundherrenhofes. In Norddeutschland verschob sich die Bedeutung zum Großbauern, dem Inhaber eines Vollhofs; in anderen Landschaften meint Meier den Zeitpächter.
Die wichtigste Warnung: In Westfalen ist Meyer oft ein Hofname. Er ging auf den jeweiligen Inhaber über – auch beim Einheiraten. Der Namenswechsel ist dort die Regel und nicht der Beleg für einen Familienzusammenhang.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Meier, Verwalter eines Grundherrenhofes | Aus mittelhochdeutsch meier, von lateinisch maior (der Größere, Vorgesetzte). | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Großbauer, der Vollhöfner | Spätere Bedeutungsverschiebung: In Norddeutschland bezeichnete Meyer den Inhaber eines Vollhofs unabhängig von einem Verwalteramt. | Bahlow |
| der Pächter | In manchen Landschaften ist der Meier der Zeitpächter, dessen Stellung zwischen Eigentümer und Knecht liegt. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| meier | mittelhochdeutsch | Hofverwalter |
| maior | lateinisch | der Größere, Vorgesetzte |
Erstbeleg (Jahr)
12
Historische Entwicklung
Aus dem karolingischen Amt des maior domus entwickelte sich der Hofmeier. In Niedersachsen und Westfalen wurde Meyer zum Kennzeichen der Vollhöfner und ist dort besonders häufig, oft mit Zusatz: Meyer zu Bergen, Meyer zum Felde.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Meyer in Niedersachsen und Westfalen, Meier verstreut, Maier und Mayr in Bayern und Schwaben.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist zu Meyer oder Myer; die Unterscheidung der Schreibvarianten geht dabei verloren.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die vier Schreibungen Meyer, Meier, Maier und Mayer gehen auf dasselbe Wort zurück und wechseln in Kirchenbüchern von Pfarrer zu Pfarrer. Wer nur eine Form abfragt, verliert die Spur an jeder Pfarreigrenze. In Westfalen tragen viele Höfe den Namen: Der Hofname ging auf den jeweiligen Inhaber über, auch wenn er nicht mit der Vorgängerfamilie verwandt war – Namenswechsel beim Einheiraten ist dort der Normalfall.
Ortsfamilienbücher und Register
In westfälischen Ortsfamilienbüchern ist der Hofname entscheidend, nicht der Familienname. Achten Sie auf Zusätze wie „Meyer zu Bergen“ – sie bezeichnen den Hof, nicht die Sippe.
Einschlägige Archive und Bestände
- Landesarchiv NRW
- Niedersächsisches Landesarchiv
- Hofakten und Lagerbücher
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.