Familienname
Widmann
Wid·mann [ˈviːtman]
der Witwer; oder der Sohn einer Witwe
Widmann hat drei Wege. Als Witwer oder – häufiger – als Sohn einer Witwe ist der Name eines der seltenen deutschen Metronyme: Der Vater starb früh, das Kind wurde nach der Mutter benannt. In Süddeutschland führt eine dritte Deutung über widem, das der Kirche gewidmete Gut – der Widmann bewirtschaftete Pfarrland.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Witwer | Zu mittelhochdeutsch witwe; als Beiname zur Unterscheidung. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Sohn der Witwe | Häufiger: Der Vater war früh gestorben, das Kind wurde nach der Mutter benannt – ein seltener Fall eines Metronyms. | Bahlow |
| der Inhaber der Widum | Über mittelhochdeutsch widem, das der Kirche gewidmete Gut; der Widmann bewirtschaftete Pfarrland. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| witwe | mittelhochdeutsch | Witwe |
| widem | mittelhochdeutsch | Kirchengut, Pfarrgut |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Die dritte Deutung ist in Süddeutschland oft die zutreffende: Die Widum oder das Widumgut war der Pfarrei gestiftetes Land; sein Bewirtschafter hieß Widmann.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Bayern, Schwaben, Österreich, Franken.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Genealogisch aufschlussreich: Ist der Name als „Sohn der Witwe“ entstanden, ist er eines der seltenen deutschen Metronyme – ein Hinweis darauf, dass der Vater vor der Namensfestwerdung starb. Die Widum-Deutung dagegen führt in Pfarrarchive und Kirchenrechnungen, wo das Widumgut verzeichnet ist.
Einschlägige Archive und Bestände
- Bayerisches Hauptstaatsarchiv
- Pfarrarchive
- Kirchenrechnungen