Familienname
Rosenberg
Ro·sen·berg [ˈʁoːzn̩bɛʁk]
Herkunftsname nach einem Ort namens Rosenberg; oder Ziername
Rosenberg ist entweder ein Herkunftsname nach einem der vielen Orte dieses Namens – oder ein Ziername, den jüdische Familien bei der staatlichen Namensannahme 1808 bis 1813 frei wählten.
Das ist keine Nebensache: Bei einem Ziernamen gibt es keinen Herkunftsort. Wer danach sucht, sucht vergeblich – die Matrikellisten der Namensannahme sind der richtige Einstieg.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der aus Rosenberg | Herkunftsname nach einem der zahlreichen Orte und Burgen dieses Namens in Böhmen, Baden, Schlesien und Ostpreußen. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| Ziername der Namensannahme | Bei jüdischen Familien meist ein bei der staatlichen Namensannahme 1808 bis 1813 frei gewählter Name aus zwei angenehm klingenden Bestandteilen. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| rose | mittelhochdeutsch | Rose |
| berc | mittelhochdeutsch | Berg |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Die Ziernamen sind eine eigene Gruppe: Rosenberg, Rosenthal, Blumenthal, Goldberg, Lilienthal, Morgenstern. Sie entstanden fast alle in den Jahren der staatlichen Namensannahme und haben keine ältere Vorgeschichte.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Böhmen, Schlesien, Posen, Berlin; als jüdischer Familienname sehr verbreitet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die entscheidende Unterscheidung: Ein Rosenberg vor 1800 ist ein Herkunftsname – die Herren von Rosenberg waren ein böhmisches Hochadelsgeschlecht. Nach 1808 ist er bei jüdischen Familien meist ein frei gewählter Ziername ohne Ortsbezug. Wer bei einem solchen Namen nach einem Herkunftsort sucht, sucht vergeblich – die Matrikellisten der Namensannahme sind der richtige Einstieg.
Einschlägige Archive und Bestände
- Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
- Matrikellisten der Namensannahme
- Staatsarchive