Familienname
Ritter
Rit·ter [ˈʁɪtɐ]
Übername oder Standesname nach dem Ritter
Ritter geht auf mittelhochdeutsch riter zurück, den Berittenen – der Adelsstand ist die jüngere Bedeutung. Als Familienname bezeichnet er fast nie den Standesträger selbst, sondern dessen Bediensteten oder den Darsteller in Fastnachtsspielen.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Reiter, der Ritter | Zu mittelhochdeutsch riter (Reiter); der Wortsinn ist zunächst der Berittene, erst dann der Adelsstand. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Bedienstete eines Ritters | Wie bei König und Graf meist nicht der Standesträger selbst, sondern sein Umfeld. | Bahlow |
| der Darsteller im Spiel | Aus Fastnachtsspielen und Umzügen. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| riter | mittelhochdeutsch | Reiter, Berittener |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Da der Ritterstand erblich und namenrechtlich anders geregelt war, ist der Familienname Ritter fast nie ein Standesnachweis, sondern ein bürgerlicher Übername.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Sachsen, Rheinland; niederdeutsch Ridder.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Kein Adelsnachweis. Die niederdeutsche Form lautet Ridder. In lateinischen Einträgen steht Miles – dasselbe Wort bezeichnet dort aber auch schlicht den Soldaten, was zu Fehldeutungen führt.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Bürgerbücher der Stadtarchive