Familienname
Rademacher
Ra·de·ma·cher [ʁaːdəˈmaxɐ]
niederdeutscher Berufsname für den Wagner
Rademacher ist das niederdeutsche Gegenstück zu Wagner: der Wagenbauer. Im Norden heißt derselbe Beruf auch Stellmacher.
Für die Forschung wichtig: Zieht eine Familie über die Sprachgrenze, kann der Berufsname übersetzt werden. Ahnenlinien reißen dadurch scheinbar ab.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Radmacher | Zu niederdeutsch rad (Rad) und maker (Macher); das niederdeutsche Gegenstück zum oberdeutschen Wagner. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Stellmacher | Dieselbe Tätigkeit unter einem dritten Namen; alle drei bezeichnen den Wagenbauer. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| rad | niederdeutsch | Rad |
| maker | niederdeutsch | Macher, Hersteller |
Erstbeleg (Jahr)
14
Historische Entwicklung
Wagner, Rademacher und Stellmacher teilen den deutschen Sprachraum wie Fleischer, Metzger und Schlachter. Zieht eine Familie über die Sprachgrenze, kann der Name regelrecht übersetzt werden.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Westfalen, Niedersachsen, Rheinland.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Der wichtigste Hinweis: Ein Wagner, der nach Westfalen zieht, kann dort als Rademacher eingetragen werden – und umgekehrt. Ahnenlinien reißen dadurch scheinbar ab. Prüfen Sie bei einem Ortswechsel immer auch die Übersetzung des Berufsnamens.
Einschlägige Archive und Bestände
- Landesarchiv NRW
- Niedersächsisches Landesarchiv
- Zunftakten