Familienname
Pohl
Pohl [poːl]
Wohnstättenname am Pfuhl; oder Herkunftsname für den Polen
Pohl hat drei mögliche Herkünfte: den Pfuhl als Geländebezeichnung, die Herkunftsangabe „der Pole“ und, seltener, eine Ableitung des Rufnamens Paul.
In lateinischen Einträgen wird die Frage entschieden: „de Palude“ meint den Pfuhl, „Polonus“ den Polen.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der am Pfuhl Wohnende | Zu niederdeutsch pol (Pfuhl, Tümpel, Sumpfstelle). | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Pole | Herkunftsname für Zuwanderer aus Polen, besonders in Schlesien und im Ruhrgebiet. | Bahlow |
| Kurzform von Paul | In manchen Landschaften auch Ableitung des Rufnamens. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| pol | niederdeutsch | Pfuhl, Tümpel |
| Polak | slawisch | Pole |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Drei Herkünfte, die sich nur über den Ort trennen lassen. In Westfalen und Niedersachsen überwiegt der Pfuhl, in Schlesien und im Ruhrgebiet die Herkunftsangabe.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Westfalen, Schlesien, Ruhrgebiet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die latinisierte Form entscheidet die Frage: „de Palude“ meint den Pfuhl, „Polonus“ den Polen. Findet sich keine lateinische Form, hilft nur der Ort – und bei Ruhrgebietsfamilien die Meldekartei mit dem Geburtsort.
Einschlägige Archive und Bestände
- Landesarchiv NRW
- Einwohnermeldekarteien der Ruhrstädte
- Flurnamensammlungen
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.