Vorname · männlich

Johannes

Jo·han·nes [joˈhanəs]

Gott ist gnädig

Top 10 im Jahr 1930 TOP 10 1930
Top 10 im Jahr 1930 (Platz 9)
Top 10 im Jahr 1920 TOP 10 1920
Top 10 im Jahr 1920 (Platz 5)
Platz 3 im Jahr 1910 3 1910
Platz 3 im Jahr 1910
Platz 2 im Jahr 1900 2 1900
Platz 2 im Jahr 1900

Johannes geht auf hebräisch Jochanan zurück und wird als „Gott ist gnädig“ gedeutet. Eine zweite, seltenere Lesart versteht die Form als abgeschlossene Handlung – „Gott hat Gnade erwiesen“ – und bezieht sie auf die Geburt des Kindes selbst. Beide Deutungen greifen auf dieselben Wortbestandteile zurück und schließen einander nicht aus.

Für die Familienforschung ist Johannes der wichtigste und zugleich tückischste männliche Vorname im deutschen Sprachraum. Er war über Jahrhunderte so verbreitet, dass er innerhalb einer Familie kaum unterscheidet. In katholischen Gegenden führten häufig sämtliche Söhne den Erstnamen Johann und wurden nach dem Zweitnamen gerufen.

Herkunft & Bedeutung

Konkurrierende Deutungen

DeutungBegruendungQuelle
Gott ist gnädigAbleitung von hebräisch Jochanan, aus JHWH und chanan (gnädig sein). Dies ist die von der Namenforschung einhellig getragene Deutung.Duden Vornamenlexikon
Gott hat Gnade erwiesenGleiche Wortwurzel, aber als abgeschlossene Handlung gelesen, bezogen auf die Geburt des Kindes als erwiesene Gnade.Bahlow

Wortbestandteile

BestandteilSpracheUebersetzung
Jo-hebräischKurzform des Gottesnamens JHWH
-chananhebräischgnädig sein, sich erbarmen

Erstbeleg (Text)

Neues Testament, Johannes der Täufer und der Evangelist Johannes

Erstbeleg (Jahr)

1

Historische Entwicklung

Über die griechische Form Ioannes und die lateinische Ioannes/Joannes ins Deutsche. Ab dem 12. Jahrhundert der mit Abstand häufigste männliche Taufname im deutschen Sprachraum, in manchen Pfarreien des 18. Jahrhunderts trägt ihn jeder dritte getaufte Junge. Die Kurzform Hans löste sich im Spätmittelalter als eigenständiger Name ab.

Häufigkeit

11050100500190019201940196019802000202020251900: Platz 21910: Platz 31920: Platz 51930: Platz 9
Rang in der Hitliste der Vornamen. Je weiter oben die Linie, desto beliebter der Name. Spitzenjahrzehnt: die 1900er Jahre. Aktueller Trend: fallend.
1900: 01910: 01920: 01930: 01940: 01950: 01960: 01970: 01980: 01990: 02000: 02010: 02020: 02025: 019002025
Absolute Zahl der Vergaben je Jahr.

Kultur & Religion

Namenstage

DatumKonfessionPatron
24.06.katholischJohannes der Täufer
27.12.katholischJohannes der Evangelist
24.06.evangelischJohannistag

Biblischer Bezug

Zwei zentrale Gestalten des Neuen Testaments tragen den Namen: Johannes der Täufer und der Evangelist Johannes. Der Johannistag am 24. Juni ist zugleich ein alter Termin für Pachtzahlungen und Dienstbotenwechsel – in Gerichts- und Gutsakten taucht er als Fristtag auf.

Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland

uneingeschränkt zulässig

Träger & Popkultur

Berühmte Namensträgerinnen und -träger

NameLebensdatenKurzinfoLink
Johannes Gutenbergum 1400–1468Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern
Johannes Kepler1571–1630Astronom, Keplersche Gesetze
Johannes Brahms1833–1897Komponist

Der Name in historischen Quellen

Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.

Latinisiert im Kirchenbuch

  • Joannes
  • Ioannes
  • Johannes
  • Joannis (Genitiv)
  • Joanni (Dativ)

Historische Schreibweisen

  • Joannes
  • Joannis
  • Johann
  • Hans
  • Hanß
  • Jean
  • Jois (Abkürzung)
  • Joes (Abkürzung)

Gleicher Klang, andere Schreibung

Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.

In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit

  • Johanna
  • Johann Baptist als eigenständiger Rufname
  • Jonas

Rufname oder Zweitname?

Der häufigste Anfängerfehler überhaupt. In katholischen Familien hießen oft alle Söhne Johann mit unterschiedlichem Zweitnamen – Johann Georg, Johann Peter, Johann Baptist – und gerufen wurde stets der zweite Name. Wer Johann als Rufnamen annimmt, verwechselt Brüder.

Worauf im Kirchenbuch zu achten ist

Die lateinische Form Joannes mit einem n ist im 17. und 18. Jahrhundert der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer im Register nur unter Johannes sucht, übersieht die Hälfte der Einträge. Hinzu kommen die Abkürzungen Jois und Joes mit Kürzungsstrich. Im Trau- und Sterbeeintrag steht der Name häufig im Genitiv (Joannis) – dieselbe Person.

Ortsfamilienbücher und Register

In Ortsfamilienbüchern werden Johann, Johannes und Hans meist unter einem Kopfeintrag zusammengeführt. Verlassen Sie sich nicht darauf: bei mehreren gleichnamigen Brüdern entscheidet allein das Taufdatum, nicht der Name.

Eltern-Tools

Passende Zweitnamen

  • Georg
  • Peter
  • Baptist
  • Michael
  • Friedrich
  • Adam

Passende Geschwisternamen

  • Katharina
  • Elisabeth
  • Georg
  • Martin
  • Anna

Spricht dafür

  • Zeitlos und in jeder europäischen Sprache verständlich
  • Sehr viele Kurzformen für jedes Lebensalter
  • Historisch tief verankert

Spricht dagegen

  • In manchen Jahrgängen so häufig, dass er nicht unterscheidet
  • Die Kurzform Hans wirkt heute altmodisch

Reim- und Hänselpotenzial

Gering. „Hans im Glück“ und „Hänschen klein“ sind eher freundlich besetzt.

Verwandte Namen

Klingt fast gleich

Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.

Gleiche Endung

Deutung und Symbolik

Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.

Namenszahl
5 – Bewegung, Neugier, Freiheit
Herzzahl
3 – Ausdruck, Kreativität, Geselligkeit

Quellen

  • Duden – Das große Vornamenlexikon
  • Deutsches Familiennamenwörterbuch (DFD)
  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon
  • Kirchenbuchbestände Archion und Matricula

Häufigkeitsdaten: PLATZHALTER – vor Livegang durch amtliche Daten ersetzen

Zuletzt geprüft am 4. August 2026 von Redaktion Ahnenforschung.net.