Vorname · weiblich

Anna

An·na [ˈana]

die Begnadete, die Anmutige

Anna geht auf hebräisch Channa zurück. Die Bedeutung wird als „die Begnadete“ gedeutet, also die von Gott mit Gnade Beschenkte. Volkstümlich hat sich die Lesart „die Anmutige“ durchgesetzt, die dieselbe Wurzel als Eigenschaft der Trägerin versteht. Eine dritte Deutung, „die Erhörte“, bezieht sich auf die biblische Hanna, deren Kinderwunsch erfüllt wurde.

Für die Familienforschung ist Anna der wichtigste weibliche Vorname – und die größte Fehlerquelle. Als Erstname eines Doppelnamens war er fast nie der Rufname.

Herkunft & Bedeutung

Konkurrierende Deutungen

DeutungBegruendungQuelle
die BegnadeteAus hebräisch Channa, zu chanan (gnädig sein). Gemeint ist die von Gott mit Gnade Beschenkte.Duden Vornamenlexikon
die AnmutDieselbe Wurzel, verstanden als Eigenschaft der Trägerin statt als Gabe Gottes; diese Lesart hat sich volkstümlich durchgesetzt.Bahlow
die ErhörteBezug auf die biblische Hanna, deren Kinderwunsch erhört wurde.1. Samuel 1

Wortbestandteile

BestandteilSpracheUebersetzung
channahebräischGnade, Anmut
chananhebräischgnädig sein

Erstbeleg (Text)

Altes Testament, Hanna, Mutter Samuels; Legende der heiligen Anna, Mutter Marias

Erstbeleg (Jahr)

0

Historische Entwicklung

Die Verehrung der heiligen Anna, der Mutter Marias, setzte im Spätmittelalter massiv ein und machte den Namen zum häufigsten weiblichen Taufnamen im deutschen Sprachraum. In vielen Pfarreien des 17. und 18. Jahrhunderts trägt ihn mehr als jedes vierte getaufte Mädchen – meist als Erstname eines Doppelnamens.

Häufigkeit

11050100500201220162020202220242025
Rang in der Hitliste der Vornamen. Je weiter oben die Linie, desto beliebter der Name. Spitzenjahrzehnt: die 2010er Jahre. Aktueller Trend: fallend.
2012: 02016: 02020: 02022: 02024: 02025: 020122025
Absolute Zahl der Vergaben je Jahr.

Kultur & Religion

Namenstage

DatumKonfessionPatron
26.07.katholischAnna, Mutter Marias
26.07.evangelischAnnentag

Biblischer Bezug

Zwei Gestalten: Hanna, die Mutter Samuels im Alten Testament, und die apokryphe Anna, Mutter Marias. Die Namengebung bezieht sich fast durchweg auf die zweite.

Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland

uneingeschränkt zulässig

Träger & Popkultur

Berühmte Namensträgerinnen und -träger

NameLebensdatenKurzinfoLink
Anna Amalia von Sachsen-Weimar1739–1807Herzogin, Förderin der Weimarer Klassik
Anna Seghers1900–1983Schriftstellerin

Der Name in historischen Quellen

Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.

Latinisiert im Kirchenbuch

  • Anna
  • Annae (Genitiv)

Historische Schreibweisen

  • Anna
  • Annae
  • Ana
  • Anne
  • Ann

Gleicher Klang, andere Schreibung

Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.

In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit

  • Anne
  • Hanna
  • Johanna
  • Anna als Erstname von Schwestern

Rufname oder Zweitname?

Der wichtigste Merksatz der deutschen Genealogie: Anna als Erstname eines Doppelnamens war fast nie der Rufname. Anna Maria hieß Maria, Anna Katharina hieß Katharina, Anna Elisabeth hieß Elisabeth. Wer die Schwestern Anna Maria und Anna Katharina beide als „Anna“ führt, verschmilzt zwei Personen zu einer.

Worauf im Kirchenbuch zu achten ist

Bei Doppelnamen mit Anna immer nach dem zweiten Namen suchen: Trau- und Sterbeeinträge nennen häufig nur diesen. Der lateinische Genitiv Annae im Patenvermerk („filia Annae“) bezeichnet die Mutter, nicht das Kind.

Ortsfamilienbücher und Register

Ortsfamilienbücher führen Anna Maria und Anna Katharina getrennt. Verlassen Sie sich auf das Taufdatum, nicht auf den Namen – gleichnamige Schwestern nach einem früh verstorbenen Kind sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Eltern-Tools

Passende Zweitnamen

  • Maria
  • Katharina
  • Elisabeth
  • Margarethe
  • Barbara

Passende Geschwisternamen

  • Maria
  • Katharina
  • Johannes
  • Georg

Spricht dafür

  • Zeitlos, in jeder Sprache identisch, Palindrom
  • Warm und unangestrengt

Spricht dagegen

  • In historischen Jahrgängen so häufig, dass er nicht unterscheidet

Reim- und Hänselpotenzial

Gering.

Verwandte Namen

Klingt fast gleich

Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.

Deutung und Symbolik

Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.

Namenszahl
3 – Ausdruck, Kreativität, Geselligkeit
Herzzahl
2 – Ausgleich, Partnerschaft, Feingefühl

Quellen

  • Duden – Das große Vornamenlexikon
  • Deutsches Familiennamenwörterbuch (DFD)
  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon
  • Kirchenbuchbestände Archion und Matricula

Häufigkeitsdaten: PLATZHALTER – vor Livegang durch amtliche Daten ersetzen

Zuletzt geprüft am 4. August 2026 von Redaktion Ahnenforschung.net.