Familienname
Bergmann
Berg·mann [ˈbɛʁkman]
Berufsname für den Bergmann; oder Wohnstättenname am Berg
Bergmann bezeichnet den im Bergbau Beschäftigten oder – in bergbaufreien Gegenden – schlicht den am Berg Wohnenden.
Bergleute waren rechtlich privilegiert: Die Bergfreiheit gewährte Freizügigkeit und eigene Gerichtsbarkeit. Entsprechend eigenständig ist die Überlieferung – Bergamtsakten und Knappschaftsregister reichen im Erzgebirge bis ins 16. Jahrhundert.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Bergmann | Berufsname für den im Bergbau Beschäftigten. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der am Berg Wohnende | Wohnstättenname wie Berger; in bergbaufreien Gegenden die wahrscheinlichere Deutung. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| berc | mittelhochdeutsch | Berg; Bergwerk |
| man | mittelhochdeutsch | Mann |
Erstbeleg (Jahr)
14
Historische Entwicklung
Bergleute waren rechtlich privilegiert: Die Bergfreiheit gewährte persönliche Freizügigkeit und eigene Gerichtsbarkeit. In Montanrevieren bildeten sie eine eigene soziale Gruppe mit eigenen Quellen.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Erzgebirge, Harz, Siegerland, Schlesien; auch als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Für Bergmannsfamilien sind die Bergamtsakten die entscheidende Quelle: Gegenbücher, Knappschaftsregister und Lohnlisten reichen im Erzgebirge bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Knappschaft führte zudem eigene Kranken- und Sterbekassen mit Namenslisten.
Einschlägige Archive und Bestände
- Sächsisches Staatsarchiv Freiberg
- Bergamtsakten
- Knappschaftsregister