Familienname
Martin
Mar·tin [ˈmaʁtiːn]
vom Rufnamen Martin: dem Mars geweiht
Martin geht auf lateinisch Martinus zurück: „dem Kriegsgott Mars geweiht“.
Der Martinstag am 11. November war Ende des Wirtschaftsjahres, Zinstermin und Gesindewechsel – daher die Martinsgans, die als Naturalabgabe fällig wurde. In Rechnungsbüchern ist „Martini“ deshalb meist ein Datum.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| dem Kriegsgott Mars geweiht | Aus lateinisch Martinus, zum Götternamen Mars. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Kriegerische | Übertragene Deutung derselben Ableitung. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| Mars | lateinisch | römischer Kriegsgott |
| -inus | lateinisch | Zugehörigkeitsendung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Martin von Tours ist einer der meistverehrten Heiligen des Abendlandes. Der Martinstag am 11. November war Zins-, Pacht- und Gesindewechseltermin – die Martinsgans hat darin ihren Ursprung, nicht in der Legende.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in flächendeckend; Merten und Martens in Norddeutschland.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Der wichtigste Hinweis dieser Namengruppe: „Martini“ am 11. November ist in Wirtschaftsakten fast immer ein Datum, kein Personenname. Der Tag war Ende des Wirtschaftsjahres, Zinstermin und Gesindewechsel. Merten ist die niederdeutsche Form des Namens.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Zins- und Rechnungsbücher
- Matricula