Familienname
Kellner
Kell·ner [ˈkɛlnɐ]
Amtsname für den Kellermeister und Rechnungsführer
Kellner geht auf lateinisch cellenarius zurück und bezeichnet den Kellermeister – in Klöstern und Stiften den Verwalter der Einkünfte, ein hohes Amt mit Rechnungsführung.
Die heutige Bedeutung des Wortes entstand erst im 19. Jahrhundert. Wer in älteren Quellen „Kellner“ liest und an Gastronomie denkt, verkennt einen Verwaltungsbeamten.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Kellermeister | Zu mittelhochdeutsch kelnære, aus lateinisch cellenarius: der Verwalter der Vorräte. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Rentmeister | In Klöstern und Stiften der Verwalter der Einkünfte – ein hohes Amt, das mit dem heutigen Beruf nichts zu tun hat. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| cella | lateinisch | Vorratsraum |
| cellenarius | lateinisch | Kellermeister |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Die heutige Bedeutung des Wortes – Bedienung im Gasthaus – ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Der Familienname bewahrt die alte: den Verwalter.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Franken, Böhmen, Sachsen, Bayern.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Eine der irreführendsten Berufsangaben überhaupt: Wer in einer Quelle des 17. Jahrhunderts „Kellner“ liest und an Gastronomie denkt, verkennt einen Verwaltungsbeamten mit Rechnungsführung. Die Kellereirechnungen der Klöster und Stifte sind entsprechend ergiebig.
Einschlägige Archive und Bestände
- Klosterarchive
- Stiftsarchive
- Kellereirechnungen der Staatsarchive