Familienname
Meister
Meis·ter [ˈmaɪ̯stɐ]
Standesname für den Handwerksmeister
Meister geht auf lateinisch magister zurück. Als Familienname bezeichnet er den Handwerksmeister – und damit einen Vollbürger, denn der Meistertitel war an Bürgerrecht und Meisterstück gebunden. Daneben kommen der Schulmeister und Verkürzungen von Ämtern auf -meister in Betracht.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Handwerksmeister | Aus lateinisch magister (Vorsteher, Lehrer) über mittelhochdeutsch meister. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Lehrer, der Gelehrte | magister ist zugleich der akademische Titel; in Städten kann der Name auf einen Schulmeister zielen. | Bahlow |
| der Bürgermeister | Auch Verkürzung von Amtsbezeichnungen auf -meister. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| magister | lateinisch | Vorsteher, Lehrer, Meister |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Meistertitel war zünftig geregelt und an Meisterstück und Bürgerrecht gebunden. Als Familienname bezeichnet er also einen Vollbürger – ein Standesmerkmal.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Schweiz, Baden-Württemberg, Sachsen.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Vorsicht: „Magister“ vor einem Namen ist ein akademischer Titel, kein Familienname. Steht er dahinter, kann beides gemeint sein. Der Meistertitel selbst war an Bürgerrecht und Meisterstück gebunden – der Name verweist damit auf Vollbürgerschaft.
Einschlägige Archive und Bestände
- Zunftakten der Stadtarchive
- Bürgerbücher
- Schweizerisches Bundesarchiv