Vorname · männlich
Georg
Ge·org [ˈɡeːɔʁk]
der Landarbeiter, der Bauer
Georg bedeutet „der Landarbeiter“, wörtlich der Bearbeiter der Erde, aus griechisch ge und ergon. Eine zweite Deutungslinie verweist darauf, dass georgos im vorchristlichen Griechenland auch ein Beiname des Zeus als Fruchtbarkeitsgott war und die christliche Namengebung an diese ältere Bedeutungsschicht anknüpfte.
Der Heilige Georg gehört zu den vierzehn Nothelfern und ist Schutzpatron der Bauern. Das erklärt, warum der Name auf dem Land über Jahrhunderte hinweg deutlich häufiger vergeben wurde als in den Städten.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Landarbeiter | Aus griechisch georgos, zusammengesetzt aus ge (Erde) und ergon (Werk, Arbeit). Wörtlich also der, der die Erde bearbeitet. | Duden Vornamenlexikon |
| der Erdbebauer als Ehrentitel | Georgos war im Griechischen auch ein Beiname des Zeus als Fruchtbarkeitsgott; die christliche Übernahme knüpfte daran an. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| ge- | griechisch | Erde, Boden |
| -ergon | griechisch | Werk, Arbeit |
Erstbeleg (Text)
Heiliger Georg, Märtyrer, Verehrung seit dem 4. Jahrhundert
Erstbeleg (Jahr)
4
Historische Entwicklung
Der Drachentöter Georg war einer der vierzehn Nothelfer und Schutzpatron der Ritter und Bauern. Über die Kreuzzüge kam die Verehrung nach Mitteleuropa. In Bayern, Franken und Sachsen zählt Georg vom 15. bis ins 19. Jahrhundert durchgehend zu den fünf häufigsten Taufnamen. Die oberdeutsche Sprechform Jörg ist so alt wie die Schriftform.
Häufigkeit
Kultur & Religion
Namenstage
| Datum | Konfession | Patron |
|---|---|---|
| 23.04. | katholisch | Georg von Kappadokien |
| 23.04. | evangelisch | Georgstag |
Mythologischer Bezug
Die Drachenkampflegende ist erst im Hochmittelalter an den Heiligen herangetragen worden und übernimmt ältere Motive aus Perseus- und Siegfriedstoffen.
Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland
uneingeschränkt zulässig
Träger & Popkultur
Berühmte Namensträgerinnen und -träger
| Name | Lebensdaten | Kurzinfo | Link |
|---|---|---|---|
| Georg Friedrich Händel | 1685–1759 | Komponist | |
| Georg Wilhelm Friedrich Hegel | 1770–1831 | Philosoph | |
| Georg Büchner | 1813–1837 | Dichter, Woyzeck |
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Rufname oder Zweitname?
Als Zweitname in der Verbindung Johann Georg extrem häufig – und dort fast immer der Rufname. Ein „Johann Georg Bauer“ im Taufbuch erscheint in der Trauung oft nur als „Georg Bauer“.
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Der Georgstag am 23. April ist ein alter Zins- und Dienstbotentermin. In Guts- und Gerichtsakten steht „auf Georgi“ als Fristangabe, nicht als Personenname – ein häufiger Lesefehler. Achten Sie außerdem darauf, dass Jörg und Georg in derselben Pfarrei dieselbe Person meinen können.
Ortsfamilienbücher und Register
In fränkischen und altbayerischen Ortsfamilienbüchern sind Georg und Jörg konsequent zusammengeführt.
Eltern-Tools
Passende Zweitnamen
- Friedrich
- Michael
- Adam
- Wilhelm
Passende Geschwisternamen
- Barbara
- Margarethe
- Michael
- Anna
Spricht dafür
- Kurz, klar, in ganz Europa bekannt
- Starke regionale Kurzformen
Spricht dagegen
- Wirkt heute konservativ
- Die Form Schorsch ist stark dialektal gefärbt
Reim- und Hänselpotenzial
Gering.
Verwandte Namen
Gleicher Anfangsbuchstabe
Gleiche Silbenzahl
Gleiche Endung
Gleiche sprachliche Wurzel
Gleiche Bedeutung
Deutung und Symbolik
Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.
- Namenszahl
- 7 – Rückzug, Analyse, Suche nach Sinn
- Herzzahl
- 11 – Meisterzahl: Intuition und Inspiration