Vorname · männlich
Michael
Mi·cha·el [ˈmɪçaeːl]
Wer ist wie Gott?
Michael ist ein hebräischer Satzname und bedeutet wörtlich „Wer ist wie Gott?“. Die Frage ist rhetorisch gemeint und behauptet Gottes Unvergleichlichkeit. In älteren Namenbüchern findet sich gelegentlich die verkürzte Deutung „der Gott gleicht“ – sie kehrt den Sinn ins Gegenteil und gilt als Missverständnis.
Der Michaelistag am 29. September war neben Martini der wichtigste Zins- und Gesindewechseltermin. Wer in Gutsakten auf „Michaelis“ stößt, liest ein Datum.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| Wer ist wie Gott? | Wörtliche Übersetzung des hebräischen Satznamens mi-ka-El. Es ist eine rhetorische Frage, die Gottes Unvergleichlichkeit behauptet. | Duden Vornamenlexikon |
| Der Gott gleicht | Missverständliche Kurzfassung, die den Fragecharakter verliert und in älteren Namenbüchern gelegentlich auftaucht. | ältere Namenliteratur |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| mi | hebräisch | wer |
| ka | hebräisch | wie |
| El | hebräisch | Gott |
Erstbeleg (Text)
Altes Testament, Erzengel Michael
Erstbeleg (Jahr)
0
Historische Entwicklung
Der Erzengel Michael galt als Seelenwäger und Drachenbezwinger und wurde im Frankenreich zum Schutzpatron. Der Michaelistag am 29. September ist neben Martini der zweite große Zins- und Gesindetermin des Jahres. In Deutschland erlebte der Name eine zweite Blüte zwischen 1955 und 1975.
Kultur & Religion
Namenstage
| Datum | Konfession | Patron |
|---|---|---|
| 29.09. | katholisch | Erzengel Michael |
| 29.09. | evangelisch | Michaelistag |
Biblischer Bezug
Erzengel, Anführer der himmlischen Heerscharen; im Buch Daniel und in der Offenbarung genannt.
Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland
uneingeschränkt zulässig
Träger & Popkultur
Berühmte Namensträgerinnen und -träger
| Name | Lebensdaten | Kurzinfo | Link |
|---|---|---|---|
| Michael Praetorius | 1571–1621 | Komponist und Musiktheoretiker | |
| Michael Ende | 1929–1995 | Schriftsteller |
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Rufname oder Zweitname?
Michel ist in süddeutschen und schweizerischen Quellen eine eigenständige Form.
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Michaelis am 29. September ist ein Fristtag; „auf Michaelis“ in Akten meint das Datum. In Kurrentschrift wird das ch häufig so eng geschrieben, dass Michael und Wichael beziehungsweise Nichael verlesen werden.
Eltern-Tools
Passende Zweitnamen
- Johann
- Andreas
- Georg
Passende Geschwisternamen
- Gabriel
- Anna
- Barbara
- Raphael
Spricht dafür
- International bruchlos
- Klarer, warmer Klang
Spricht dagegen
- In den Jahrgängen 1960 bis 1975 sehr häufig
Reim- und Hänselpotenzial
Gering. „Deutscher Michel“ ist historisch, aber heute kaum präsent.
Verwandte Namen
Gleicher Anfangsbuchstabe
Gleiche Silbenzahl
Gleiche Endung
Gleiche sprachliche Wurzel
Gleiche Bedeutung
Deutung und Symbolik
Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.
- Namenszahl
- 33 – Meisterzahl: Hingabe und Lehre
- Herzzahl
- 6 – Fürsorge, Verantwortung, Familie