Vorname · männlich

Martin

Mar·tin [ˈmaʁtiːn]

der dem Kriegsgott Mars Geweihte

Martin geht auf lateinisch Martinus zurück und bedeutet „dem Kriegsgott Mars geweiht“. Freier gedeutet wird der Name auch als „der Kriegerische“, was den Götterbezug in eine Charaktereigenschaft überführt.

Bemerkenswert ist die Karriere eines heidnischen Götternamens als christlicher Heiligenname. Für die Quellenarbeit ist vor allem der Martinstag am 11. November wichtig: Er war Pacht-, Zins- und Gesindewechseltermin und taucht in Wirtschaftsakten ständig als Datumsangabe auf.

Herkunft & Bedeutung

Konkurrierende Deutungen

DeutungBegruendungQuelle
dem Mars geweihtAus lateinisch Martinus, einer Ableitung des Götternamens Mars.Duden Vornamenlexikon
der KriegerischeFreiere Deutung, die den Götterbezug in eine Charaktereigenschaft überführt.Bahlow

Wortbestandteile

BestandteilSpracheUebersetzung
Marslateinischrömischer Kriegsgott
-inuslateinischzugehörig zu

Erstbeleg (Text)

Martin von Tours, gestorben 397

Erstbeleg (Jahr)

316

Historische Entwicklung

Martin von Tours ist einer der ältesten und am weitesten verbreiteten Heiligen nördlich der Alpen; unzählige Dorfkirchen tragen sein Patrozinium. Der Martinstag am 11. November ist zugleich der wichtigste Termin des Wirtschaftsjahres: Pacht, Zins, Gesindewechsel und Schlachttag fallen zusammen. Martin Luther verdankt dem Tauftag seinen Namen.

Kultur & Religion

Namenstage

DatumKonfessionPatron
11.11.katholischMartin von Tours
10.11.evangelischMartin Luther (Geburtstag)

Mythologischer Bezug

Der Name leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars ab – ein seltener Fall eines heidnischen Götternamens, der als christlicher Heiligenname Karriere machte.

Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland

uneingeschränkt zulässig

Träger & Popkultur

Berühmte Namensträgerinnen und -träger

NameLebensdatenKurzinfoLink
Martin Luther1483–1546Reformator
Martin Behaim1459–1507Nürnberger Kaufmann, ältester erhaltener Globus
Martin Opitz1597–1639Dichter und Poetiktheoretiker

Der Name in historischen Quellen

Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.

Latinisiert im Kirchenbuch

  • Martinus
  • Martini (Genitiv)

Historische Schreibweisen

  • Martinus
  • Merten
  • Marten
  • Mertin
  • Martin

In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit

  • Martina
  • Merten als Familienname

Rufname oder Zweitname?

Die niederdeutsche Form Merten ist eine gleichwertige Registerform, kein Schreibfehler.

Worauf im Kirchenbuch zu achten ist

„Martini“ in Rechnungs-, Guts- und Gerichtsakten ist fast immer der Fristtag 11. November, nicht eine Person. Der Termin erklärt auch, warum in vielen Pfarreien die Zahl der Eheschließungen im November einbricht: die Adventszeit war gesperrt.

Eltern-Tools

Passende Zweitnamen

  • Johann
  • Christian
  • Paul

Passende Geschwisternamen

  • Katharina
  • Elisabeth
  • Michael
  • Barbara

Spricht dafür

  • Zeitlos, unauffällig, europaweit verständlich

Spricht dagegen

  • Wenig unterscheidungskräftig

Reim- und Hänselpotenzial

Gering.

Verwandte Namen

Gleiche Endung

Deutung und Symbolik

Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.

Namenszahl
3 – Ausdruck, Kreativität, Geselligkeit
Herzzahl
1 – Führung, Eigenständigkeit, Anfang

Quellen

  • Duden – Das große Vornamenlexikon
  • Deutsches Familiennamenwörterbuch (DFD)
  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon
  • Kirchenbuchbestände Archion und Matricula

Zuletzt geprüft am 4. August 2026 von Redaktion Ahnenforschung.net.