Vorname · männlich
Anton
An·ton [ˈantoːn]
der aus dem Geschlecht der Antonier
Anton geht auf den altrömischen Sippennamen Antonius zurück, dessen ursprüngliche Bedeutung nicht überliefert ist – vermutlich etruskisch. Ältere Namenbücher bieten dennoch Deutungen an: „der Unschätzbare“ über griechisch anthos oder „der Vorangehende“ über lateinisch ante. Beide gelten sprachwissenschaftlich als nachträgliche Erklärungsversuche.
Volkstümlich wurde der Name durch Antonius von Padua, den Patron der verlorenen Sachen. In Sterbeeinträgen begegnet oft nur die Form Toni – die auch Antonia meinen kann.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| aus dem Geschlecht der Antonier | Antonius war ein altrömischer Sippenname etruskischer Herkunft; eine sichere Wortbedeutung ist nicht überliefert. | Duden Vornamenlexikon |
| der Unschätzbare, der Vorangehende | Spätere volksetymologische Deutungen, die an griechisch anthos (Blüte) oder lateinisch ante (voran) anknüpfen. Beide sind sprachlich nicht haltbar, aber in älteren Namenbüchern verbreitet. | ältere Namenliteratur |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| Antonius | etruskisch/lateinisch | römischer Sippenname ungeklärter Bedeutung |
Erstbeleg (Text)
Antonius der Große, Wüstenvater
Erstbeleg (Jahr)
3
Historische Entwicklung
Zwei Heilige tragen den Namen: Antonius der Einsiedler, Patron der Haustiere und Metzger, und Antonius von Padua, der Patron der verlorenen Sachen. Letzterer machte den Namen ab dem 13. Jahrhundert in katholischen Gebieten volkstümlich. In Bayern und Österreich bis um 1900 sehr häufig; seit etwa 2005 wieder deutlich im Aufwind.
Häufigkeit
Kultur & Religion
Namenstage
| Datum | Konfession | Patron |
|---|---|---|
| 17.01. | katholisch | Antonius der Einsiedler |
| 13.06. | katholisch | Antonius von Padua |
Standesamtliche Zulässigkeit in Deutschland
uneingeschränkt zulässig
Träger & Popkultur
Berühmte Namensträgerinnen und -träger
| Name | Lebensdaten | Kurzinfo | Link |
|---|---|---|---|
| Anton Bruckner | 1824–1896 | Komponist | |
| Anton Diabelli | 1781–1858 | Komponist und Verleger |
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Rufname oder Zweitname?
Toni ist im Alpenraum eine eigenständige Registerform und wird auch für Frauen (Antonia) verwendet.
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
„Toni“ in einem Sterbeeintrag kann Anton oder Antonia meinen. Nur das Alter, der Familienstand oder die grammatische Form der lateinischen Einträge lösen das auf – etwa defunctus gegen defuncta.
Eltern-Tools
Passende Zweitnamen
- Josef
- Franz
- Johann
Passende Geschwisternamen
- Antonia
- Theresia
- Franz
- Josefa
Spricht dafür
- Warm, kurz, aktuell wieder modern
- Katholisch verankert und dennoch weltlich brauchbar
Spricht dagegen
- Toni ist geschlechtsneutral und daher mehrdeutig
Reim- und Hänselpotenzial
Gering.
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.
Gleicher Anfangsbuchstabe
Gleiche Silbenzahl
Gleiche Endung
Gleiche sprachliche Wurzel
Gleiche Bedeutung
Deutung und Symbolik
Die folgenden Angaben sind überlieferte Deutungen. Sie beruhen nicht auf sprachwissenschaftlicher Forschung und sagen nichts über einen Menschen aus, der diesen Namen trägt.
- Namenszahl
- 1 – Führung, Eigenständigkeit, Anfang
- Herzzahl
- 7 – Rückzug, Analyse, Suche nach Sinn