Familienname
Mohr
Mohr [moːɐ̯]
Übername nach dunkler Haut- oder Haarfarbe
Mohr hat drei Wurzeln: einen Übernamen nach dunklem Haar oder dunkler Haut zu lateinisch Maurus, einen Hausnamen nach einem städtischen Hauszeichen und – in Norddeutschland – einen Wohnstättennamen zum Moor.
Welche zutrifft, entscheidet die Landschaft. Nicht verwandt ist Maurer, das zum Mauerbau gehört.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Dunkelhäutige oder Dunkelhaarige | Zu mittelhochdeutsch mor, aus lateinisch Maurus (Bewohner Mauretaniens); meist auf auffällig dunkles Haar bezogen. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| Hausname | Nach einem Hauszeichen „Zum Mohren“, in Städten sehr verbreitet. | Bahlow |
| der am Moor Wohnende | In Norddeutschland auch Wohnstättenname zu Moor; eine eigene Wurzel, die lautlich zusammenfällt. | Kohlheim, Duden Familiennamen |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| Maurus | lateinisch | Maure, Nordafrikaner |
| mor | niederdeutsch | Moor, Sumpf |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Name gehört zu denselben Bildungen wie Moritz und Mauritius. Die Hauszeichen-Herkunft ist in Städten der häufigste Fall – Mohren-Apotheken tragen diese Zeichen bis heute.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Rheinland, Schweiz; als Wohnstättenname in Norddeutschland.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
Gleicher Klang, andere Schreibung
Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Drei Wurzeln, die man nur über den Ort trennen kann. In norddeutschen Quellen ist das Moor die wahrscheinlichere Herkunft, in süddeutschen Städten das Hauszeichen. Nicht zu verwechseln mit Maurer, das zum Beruf des Mauerbauers gehört.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Häuserbücher der Stadtarchive
- Flurnamensammlungen
Verwandte Namen
Klingt fast gleich
Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.