Familienname
Krämer
Krä·mer [ˈkʁɛːmɐ]
Berufsname für den Kleinhändler
Krämer ist der Berufsname für den Kleinhändler, zu mittelhochdeutsch kram, dem Warenstand. Regional bezeichnet er auch den umherziehenden Händler im Unterschied zum ansässigen Kaufmann.
Als Zunftberuf ist der Krämer in Marktordnungen und Zunftbüchern belegt – Quellen, die häufig weiter zurückreichen als die Kirchenbücher.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Kleinhändler | Zu mittelhochdeutsch kramære, zu kram (Warenstand, Kaufmannsbude). | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Hausierer | In manchen Landschaften der umherziehende Händler, im Unterschied zum ansässigen Kaufmann. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| kram | mittelhochdeutsch | Warenstand, Bude |
| -ære | mittelhochdeutsch | Berufsendung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Krämer waren zunftrechtlich vom Fernhändler unterschieden. In kleineren Städten bildeten sie eine eigene Zunft mit Marktrechten.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Rheinland, Westfalen.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist zu Kramer oder Cramer.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die Schreibung wechselt zwischen Krämer, Kramer, Kremer und Cramer – alle gehören zusammen. Als Zunftberuf ist der Krämer in Marktordnungen und Zunftbüchern gut dokumentiert; diese Quellen reichen oft weiter zurück als das Kirchenbuch.
Einschlägige Archive und Bestände
- Stadtarchive mit Zunftakten
- Landesarchiv NRW
- Hessisches Staatsarchiv