Familienname
Kunz
Kunz [kʊnts]
Koseform von Konrad
Kunz ist die oberdeutsche Koseform von Konrad.
Die Redensart „Hinz und Kunz“ – Heinrich und Konrad – bezeugt, warum es überhaupt Familiennamen gibt: Beide Rufnamen waren im Spätmittelalter so häufig, dass zusätzliche Beinamen unumgänglich wurden.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| Koseform von Konrad | Die Verkleinerung auf -z ist oberdeutsch; Kunz war so verbreitet, dass er sprichwörtlich wurde. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| kuoni | althochdeutsch | kühn |
| rat | althochdeutsch | Rat |
| -z | oberdeutsch | Koseendung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Die Wendung „Hinz und Kunz“ für beliebige Leute geht auf Heinrich und Konrad zurück – die zwei häufigsten Rufnamen des Spätmittelalters. Genau das macht sie als Unterscheidungsmerkmal wertlos.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Franken, Thüringen, Hessen, Sachsen.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
„Hinz und Kunz“ ist mehr als eine Redensart: Heinrich und Konrad waren im Spätmittelalter derart häufig, dass Beinamen unumgänglich wurden. Genau daraus entstanden die Familiennamen – die Redensart bezeugt also den Anlass ihrer Entstehung.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Bürgerbücher der Stadtarchive