Familienname
Kirchner
Kirch·ner [ˈkɪʁçnɐ]
Amtsname für den Kirchendiener
Kirchner ist der Amtsname für den Kirchendiener – funktionsgleich mit Küster, Köster und Mesner. Vier Familiennamen für einen Dienst, verteilt auf vier Sprachlandschaften.
Da der Amtsinhaber auf dem Dorf oft selbst schrieb, sind diese Familien überdurchschnittlich gut belegt.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Kirchendiener | Zu mittelhochdeutsch kirchenære; funktionsgleich mit dem Küster. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Mesner | In Süddeutschland heißt dasselbe Amt Mesner, im Norden Küster oder Köster – drei Familiennamen für einen Dienst. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| kirche | mittelhochdeutsch | Kirche |
| -ære | Berufsendung |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Der Kirchner läutete, hielt das Kirchengerät instand und war auf dem Dorf oft zugleich Lehrer. Wie beim Küster ist die Familie dadurch meist gut dokumentiert.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Sachsen, Thüringen, Franken, Schlesien.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Kirchner, Küster, Köster und Mesner bezeichnen dasselbe Amt in vier Sprachlandschaften. Da der Amtsinhaber häufig selbst die Kirchenbücher führte, findet man bei diesen Familien die Handschrift des Vorfahren im Register wieder.
Einschlägige Archive und Bestände
- Pfarrarchive
- Konsistorialakten
- Sächsisches Staatsarchiv