Familienname
Schlosser
Schlos·ser [ˈʃlɔsɐ]
Berufsname für den Schlosser
Schlosser bezeichnet den Hersteller von Schlössern, Schlüsseln und Beschlägen. Im Unterschied zum Grobschmied arbeitete er mit Feile und kaltem Eisen – ein Feinschmiedeberuf mit eigener Zunft.
Die rheinische Form lautet Schlösser; das ist kein Plural, sondern eine Umlautform.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Schlossmacher | Zu mittelhochdeutsch sloz (Schloss, Verschluss); der Schlosser fertigte Schlösser, Schlüssel und Beschläge. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Feinschmied | Im Unterschied zum Grobschmied arbeitete der Schlosser mit Feile und kaltem Eisen. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| sloz | mittelhochdeutsch | Schloss, Verschluss |
Erstbeleg (Jahr)
14
Historische Entwicklung
Die Trennung von Grobschmied und Schlosser vollzog sich im Spätmittelalter mit dem Aufkommen der Feinschmiedearbeit. Der Familienname bezeugt diese Ausdifferenzierung.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Rheinland, Franken.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Schlösser mit Umlaut ist die rheinische Form desselben Namens, nicht der Plural von Schloss. Der Beruf ist in Zunftakten getrennt von den Grobschmieden geführt.
Einschlägige Archive und Bestände
- Hessisches Staatsarchiv
- Landesarchiv NRW
- Zunftakten