Familienname

Sattler

Satt·ler [ˈzatlɐ]

Berufsname für den Sattler

Sattler ist der Berufsname für den Sattelmacher, der auch Geschirre und Riemenzeug fertigte. Zünftig verwandt und oft vermischt sind Riemer und Gürtler.

Herkunft & Bedeutung

Konkurrierende Deutungen

DeutungBegruendungQuelle
der SattelmacherZu mittelhochdeutsch satelære; der Sattler fertigte Sättel, Geschirre und Riemenzeug.Deutsches Familiennamenwörterbuch
der RiemerVerwandter Beruf; die Zünfte trennten Sattler und Riemenschneider, der Familienname nicht immer.Bahlow

Wortbestandteile

BestandteilSpracheUebersetzung
satelmittelhochdeutschSattel

Erstbeleg (Jahr)

13

Historische Entwicklung

Solange Pferde das wichtigste Transportmittel waren, gehörte der Sattler zu den unentbehrlichen Handwerkern. Der Beruf verschwand mit der Motorisierung fast vollständig.

Verbreitung

Der Schwerpunkt liegt in Bayern, Schwaben, Franken, Sachsen.

Der Name in historischen Quellen

Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.

Latinisiert im Kirchenbuch

  • Sellarius
  • Ephippiarius

Historische Schreibweisen

  • Sattler
  • Satler
  • Sellarius
  • Sadler

Gleicher Klang, andere Schreibung

Automatisch über die Kölner Phonetik ermittelt.

In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit

  • Sadler
  • Riemer
  • Sattelmann
  • Satler

Worauf im Kirchenbuch zu achten ist

Sattler, Riemer und Gürtler sind verwandte, zünftig getrennte Berufe – in Kirchenbüchern werden die Bezeichnungen aber vermischt. Die lateinische Form Sellarius ist eindeutig.

Einschlägige Archive und Bestände

  • Staatsarchive der Länder
  • Zunftakten der Stadtarchive

Verwandte Namen

Klingt fast gleich

Ermittelt über die Kölner Phonetik – genau die Zusammenführung, die man beim Lesen alter Kirchenbücher braucht.

Quellen

  • Deutsches Familiennamenwörterbuch (DFD)
  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon
  • Kohlheim, Duden Familiennamen
  • Namenverbreitungskarte des DFD

Zuletzt geprüft am 6. August 2026 von Redaktion Ahnenforschung.net.