Familienname
Schreiber
Schrei·ber [ˈʃʁaɪ̯bɐ]
Amtsname für den Schreiber
Schreiber ist ein Amtsname: Der schrîber war der berufsmäßige Urkundenschreiber – als Stadt-, Gerichts- oder Amtsschreiber ein angesehenes Amt mit Rechtskenntnis.
Schreibkundigkeit wurde in der Familie weitergegeben. Solche Familien sind in Ratsprotokollen und Gerichtsbüchern über Generationen belegt.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Schreiber | Zu mittelhochdeutsch schrîber; gemeint ist der berufsmäßige Urkundenschreiber, nicht der Gelehrte. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Amtmann | Der Gerichtsschreiber, Stadtschreiber oder Amtsschreiber war ein angesehenes Amt mit Rechtskenntnis. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| schrîber | mittelhochdeutsch | Schreiber, Urkundenschreiber |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Schreibkundigkeit war selten und wurde vielfach innerhalb der Familie weitergegeben. Schreiberfamilien stellten über Generationen die Stadt- und Gerichtsschreiber eines Ortes.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Sachsen, Schlesien, Franken; niederdeutsch Schriever.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Wie bei Küster gilt: Diese Familien haben die Quellen mitgeschrieben, die wir heute auswerten. Stadtschreiber sind in Ratsprotokollen, Gerichtsbüchern und Bestallungsakten oft über mehrere Generationen belegt – eine der ergiebigsten Konstellationen der Familienforschung.
Einschlägige Archive und Bestände
- Stadtarchive mit Ratsprotokollen
- Gerichtsbücher
- Staatsarchive