Familienname
Schreiner
Schrei·ner [ˈʃʁaɪ̯nɐ]
südwestdeutscher Berufsname für den Möbeltischler
Schreiner geht auf schrin zurück, den Schrein oder die Truhe – aus lateinisch scrinium. Gemeint ist der Feinholzarbeiter im Unterschied zum Zimmermann, der das Bauholz bearbeitete.
Schreiner ist südwestdeutsch, Tischler ostmitteldeutsch – dieselbe Tätigkeit, zwei Sprachlandschaften.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Schreinmacher | Zu mittelhochdeutsch schrin (Schrein, Kasten), aus lateinisch scrinium. Der Schreiner fertigte Truhen und Schränke. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Feinholzarbeiter | Im Unterschied zum Zimmermann, der das Bauholz bearbeitete. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| scrinium | lateinisch | Behälter, Kasten |
| schrin | mittelhochdeutsch | Schrein, Truhe |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Schreiner ist südwestdeutsch, Tischler ostmitteldeutsch – die Sprachgrenze läuft quer durch Deutschland und ist an den Familiennamen bis heute ablesbar.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden, Franken.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Schreiner und Tischler sind derselbe Beruf. Zieht eine Familie von Hessen nach Sachsen, kann aus dem Schreiner ein Tischler werden – bei der Berufsangabe wie beim Familiennamen. Das ist eine der klarsten Sprachgrenzen im deutschen Wortschatz.
Einschlägige Archive und Bestände
- Zunftakten der Stadtarchive
- Landesarchiv Speyer
- Hessisches Staatsarchiv