Familienname
Seiler
Sei·ler [ˈzaɪ̯lɐ]
Berufsname für den Seiler
Seiler ist der Berufsname für den Seilmacher. Niederdeutsch heißt derselbe Beruf Reepschläger.
Seilerbahnen brauchten lange, gerade Flächen und lagen vor den Stadtmauern – die Hamburger Reeperbahn ist wörtlich das: der Ort, an dem Taue geschlagen wurden.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Seilmacher | Zu mittelhochdeutsch seil; der Seiler drehte Taue aus Hanf. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Reepschläger | Dieselbe Tätigkeit unter niederdeutschem Namen; in Hafenstädten ein eigener, gut bezahlter Beruf. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| seil | mittelhochdeutsch | Seil, Tau |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Seilerbahnen brauchten lange, gerade Flächen und lagen deshalb vor den Stadtmauern. In vielen Städten heißt eine Straße bis heute Seilerbahn oder Reeperbahn.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Hessen, Sachsen, Schweiz; Reepschläger in Hafenstädten.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Die Hamburger Reeperbahn ist wörtlich zu nehmen: Dort lag die Seilerbahn. Wer eine Seilerfamilie sucht, findet sie in Stadtplänen und Häuserbüchern häufig am Stadtrand – die Werkstatt brauchte hundert Meter freie Länge.
Einschlägige Archive und Bestände
- Staatsarchive der Länder
- Zunftakten
- Häuserbücher der Stadtarchive