Familienname
Kürschner
Kürsch·ner [ˈkʏʁʃnɐ]
Berufsname für den Pelzverarbeiter
Kürschner bezeichnet den Pelzbereiter, zu mittelhochdeutsch kürsen. Da Pelz durch Kleiderordnungen ständisch geregelt war, gehörte der Beruf zu den angeseheneren.
Eine wichtige Falle: Kirschner kann Kürschner oder Kirchner meinen – Pelzhandwerker oder Kirchendiener. Die lateinische Form entscheidet.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Pelzbereiter | Zu mittelhochdeutsch kürsen (Pelzrock), letztlich aus einer slawischen Wurzel für Pelz. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Rauchwarenhändler | Kürschner handelten zugleich mit Fellen; in Leipzig entstand daraus der bedeutendste Rauchwarenmarkt Europas. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| kürsen | mittelhochdeutsch | Pelzrock, Pelzkleid |
Erstbeleg (Jahr)
13
Historische Entwicklung
Pelz war im Mittelalter Statussymbol und durch Kleiderordnungen ständisch geregelt. Der Kürschner gehörte deshalb zu den angeseheneren Handwerkern. Der Leipziger Brühl war bis ins 20. Jahrhundert Weltzentrum des Rauchwarenhandels.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Sachsen, Franken, Schlesien; auch als jüdischer Familienname verbreitet.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Achtung bei Kirschner: Der Name kann zu Kürschner gehören oder zu Kirchner – Pelzhandwerker oder Kirchendiener. Die lateinische Form entscheidet: Pellifex gegen Custos. In sächsischen Quellen ist Kirschner meist der Kürschner.
Einschlägige Archive und Bestände
- Sächsisches Staatsarchiv
- Zunftakten
- Leipziger Handelsakten