Familienname
Krüger
Krü·ger [ˈkʁyːɡɐ]
Berufsname für den Krugwirt, den Schankwirt
Krüger ist der niederdeutsche Berufsname für den Krugwirt, den Inhaber der Dorfschänke. Vereinzelt bezeichnet der Name auch den Töpfer, den Hersteller von Krügen.
Das Krugrecht war ein grundherrliches Privileg und hing am Grundstück, nicht an der Familie. Gutsakten und Erbzinsregister sind deshalb eine ergiebige Zusatzquelle.
Herkunft & Bedeutung
Konkurrierende Deutungen
| Deutung | Begruendung | Quelle |
|---|---|---|
| der Krugwirt | Zu niederdeutsch Krug in der Bedeutung Gastwirtschaft. Der Krüger war der Inhaber des Dorfkrugs. | Deutsches Familiennamenwörterbuch |
| der Töpfer | In einzelnen Landschaften auch der Hersteller von Krügen; diese Deutung ist seltener und regional begrenzt. | Bahlow |
Wortbestandteile
| Bestandteil | Sprache | Uebersetzung |
|---|---|---|
| Krôch | niederdeutsch | Schankwirtschaft, Dorfkrug |
Erstbeleg (Jahr)
14
Historische Entwicklung
Vor allem in Norddeutschland, Brandenburg, Mecklenburg und Pommern. Der Dorfkrug war ein grundherrliches Privileg; die Krügerfamilie war eine der wohlhabenderen des Dorfes.
Verbreitung
Der Schwerpunkt liegt in Brandenburg, Mecklenburg, Pommern; Kröger in Schleswig-Holstein.
Der Name in der Auswanderung
In den USA meist zu Krueger mit ue.
Der Name in historischen Quellen
Wer in Kirchenbüchern, Musterungslisten oder Passagierlisten sucht, findet einen Namen selten so geschrieben, wie er heute geschrieben wird. Diese Formen gehören auf die Suchliste.
Latinisiert im Kirchenbuch
Historische Schreibweisen
In Kurrentschrift leicht zu verwechseln mit
Worauf im Kirchenbuch zu achten ist
Das Krugrecht war grundherrlich verliehen und wechselte mit dem Grundstück, nicht mit der Familie. In Gutsakten und Erbzinsregistern ist der Krug deshalb gut dokumentiert – eine ergiebige Quelle neben dem Kirchenbuch.
Einschlägige Archive und Bestände
- Landeshauptarchiv Brandenburg
- Landeshauptarchiv Schwerin
- Gutsarchive und Erbzinsregister